Abordnung der UNESCO zu Gast in Dresden - Offene
Gespräche über die Waldschlößchenbrücke
(05.02.2008) Gestern und heute befanden sich auf
Einladung der Stadt Dresden Giovanni Boccardi, Leiter des
Referates east asia and pacific der UNESCO, und Jaroslav
Kilian, Vertreter von ICOMOS, in der sächsischen
Landeshauptstadt. Sie informierten sich über den Status des
Baus der Waldschlößchenbrücke. Bei den verschiedenen
Arbeitstreffen waren neben dem amtierenden
Oberbürgermeister Dr. Lutz Vogel ebenfalls anwesend: Der
Beigeordnete für Stadtentwicklung, Herbert Feßenmayr,
Helmut Koller vom Regierungspräsidium Dresden, Dr. Eberhard
Burger, ehem. Baudirektor der Frauenkirche, der Architekt
Henry Ripke, Dr. Birgitta Ringbeck, Vertreterin der
Kultusministerkonferenz der Länder und Ronald Anthony
Münch, Vertreter des Auswärtigen Amtes. Auch der Chef der
sächsischen Staatskanzlei, Staatsminister Michael Sagurna,
nahm zu Beginn an diesem Treffen teil. Dr. Lutz Vogel
bekräftigte in seiner Eröffnung, dass der Erhalt des
Welterbetitels für die Dresdnerinnen und Dresdner von
außerordentlicher Bedeutung ist und dass die Stadt für
einen erfolgreichen Dialog mit der UNESCO eintritt. Von
immenser Bedeutung sei aber auch die Brücke am
Waldschlößchen. Mit der Überarbeitung des Brückenentwurfes
sei eine Chance verbunden, dem Bürgerentscheid und der
Auffassung des UNESCO-Welterbekomitees nachzukommen.
Während der Arbeitsgespräche am 4. Februar 08 erhielt die
Abordnung vor Ort einen Überblick über den gesamten
Verkehrszug und über die vorgesehenen Anbindungen an die
beiden Elbufer. Außerdem wurde die Wirkung der geplanten
Brücke in der Landschaft erörtert. Im Hinblick auf den
Beschluss des Welterbekomitees in Christchurch 2007 galt
das Hauptinteresse der Delegation dem Grad möglicher
Veränderungen. Herr Boccardi und Herr Kilian interessierten
sich weiterhin für den rechtlichen Rahmen und finanzielle
Aspekte. Auch über Tunnelvorschläge wurde gesprochen.
Bürgermeister Herbert Feßenmayr legte alle Argumente der
Stadt dar. Dabei konnte aufgezeigt werden, dass sich die
Stadt erneut mit großen Aufwand bemüht hat, eine
konsensfähige Lösung zu finden. Vorgestellt wurden die
Modifizierungen an der Brückenplanung, die in den letzten
Wochen von der Gruppe um Eberhard Burger gemeinsam mit der
Stadt, dem Freistaat Sachsen und dem Regierungspräsidium
Dresden erarbeitet wurden. Außerdem wies Bürgermeister
Feßenmayr erneut auf das Verfahren hin, welches bei der
Bewerbung um den Welterbetitel bedeutsam war. Damals hatte
sich die Stadt unter der Voraussetzung, dass die Brücke
gebaut werden kann, um den Titel beworben und hatte deshalb
Vertretern von ICOMOS in Dresden am Brückenstandort das
geplante Bauvorhaben erläutert.
Heute fand ein Treffen mit Vertretern der Fraktionen des
Dresdner Stadtrates und des Kuratoriums UNESCO-Welterbe
Dresdner Elbtal statt.
Die Gespräche verliefen in einer sehr sachlichen und
offenen Atmosphäre. Die Delegationsmitglieder werden nun
für die 32. Tagung des Welterbekomitees in Quebec, Kanada,
im Juli 2008, eine Empfehlung erarbeiten. „Es bleibt zu
hoffen, dass die Delegation beim zweitägigen Besuch vom
Konsensbestreben der Stadt überzeugt werden konnte und dies
entsprechend an die Mitglieder des Welterbekomitees
transportiert", so Feßenmayr. |