Große Mehrheit für die Waldschlößchenbrücke
Dr. Hans-Joachim Brauns
Die Oberbürgermeisterwahl war eine eindeutige Abstimmung
für die Brücke. Dass es für die Gegner der Brücke keine
Mehrheit in unserer Stadt gegeben hat und gibt, haben die
Gegner nicht nur geahnt, sie haben es gewusst, denn sie
haben nicht einmal den Versuch gemacht, die Brücke zum
Wahlkampfthema zu machen. Nach der Wahl hat sich die
Mehrheit für die Brücke nochmals auf 60% erhöht, wie selbst
einer der Protagonisten der Brückengegner, Prof. Rehberg,
in einer Umfrage einräumen musste, die er im Auftrage der
Brückengegner durchführte. Welch’ eine Überraschung, dass
bei ihr doch noch etwas für die Brückengegner raussprang.
Eine Mehrheit sei für einen Tunnel, wenn er machbar sei und
der Bund die zusätzlichen Kosten übernehme; eine
Verzögerung von drei Jahren würde eine Mehrheit in Kauf
nehmen. Wer sich auch nur ein bisschen an den Fakten
orientiert, der weiß nicht mehr, ob er wütend werden oder
einfach nur Mitleid haben soll. Nochmals: Drei Jahre ist
allein die Planungszeit für einen Tunnel; ob ein Tunnel
genehmigungsfähig ist, ist völlig offen; nicht alles, was
technisch machbar ist, ist auch genehmigungsfähig. Die
Mehrkosten betragen zwischen 60 und 100 Mio. Euro. Eine
Finanzierungszusage des Bundes gibt es nicht. Weil es die
Brückengegner nicht schaffen, seriös zu arbeiten, ist das
Tunnelbürgerbegehren rechtswidrig und gutgläubig
Unterschreibende sind hinters Licht geführt worden.
Was es von Gegnerseite gibt, ist heiße Luft. Nichts
anderes. Und damit schaden sie unserer Stadt. Wenn der
Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen, Herr Roth,
beklagt, der Streit um die Waldschlößchenbrücke schade
Dresden, reibt man sich verwundert die Augen. Warum gibt er
nicht endlich Ruhe und tut das, was seine Aufgabe ist: Sich
um die Staatlichen Kunstsammlungen zu kümmern und für sie
und damit für Dresden zu werben. Sieht er sich dazu nicht
mehr in der Lage, soll er gehen.
Wenn es im Übrigen noch eines Beweises für das willkürliche
Verhalten der UNESCO bedurft hätte, hat ihn Prof. Petzet,
Präsident des Internationalen Denkmalrates und hoher
ICOMOS-Funktionär, geliefert. Dieser prominente Vertreter
der Organisation, die das Dresdner Elbtal mit
Waldschlößchenbrücke für würdig erachtet hat,
Welterbestätte zu werden und der im Januar 2006 (!)
verlautbart hat, er glaube nicht, dass der Welterbe-Titel
wegen der Waldschlößchenbrücke entzogen werde, besichtigt
den – wie er nun sagt – „Tatort Waldschlößchenbrücke“, ohne
dass die Stadtverwaltung hiervon informiert war (was für
jemanden in seiner Position schon jeder diplomatischen und
protokollarischen Verfahrensweise widerspricht), lehnt es
kategorisch ab, mit Brückenbefürwortern zu sprechen, und
schwingt sich zu einem Tourismus-Fachmann auf („Die
Touristen werden beim Titelentzug wegbleiben.“). Es geht
also nicht um die Sache, denn dann hätte man ja diskutieren
können, was denn die UNESCO bewogen hat, von dem
ICOMOS-Testat der Welterbekompatibilität der
Waldschlößchenbrücke abzurücken. Es geht allein um Macht:
Wenn ihr euch uns nicht beugt, schaden wir euch. Angesichts
der Vorgeschichte kann man sich des Eindrucks nicht
erwehren, Herr Petzet ist wegen des ICOMOS-Testats der
Welterbekompatibilität der Waldschlößchenbrücke bei Herrn
Bandarin, dem Direktor des Welterbezentrums in Paris, in
Ungnade gefallen und kämpft mit diesem Auftritt in Dresden
um dessen Gunst.
Wir werden uns diesem inakzeptablen Verhalten nicht beugen.
Die Waldschlößchenbrücke wird gebaut. Eine andere Mehrheit
ist nicht in Sicht. Das Beste für unsere Stadt wäre, die
Gegner würden das endlich akzeptieren. Sie, die nicht
wissen, wann es Zeit ist aufzuhören, gegen demokratisch
gefällte Entscheidungen zu Felde zu ziehen, und niemand
anderes schaden Dresden. |