Statement des Ersten Bürgermeisters zum
UNESCO-Beschluss
04.07.2008 Zu dem heutigen Beschluss des
UNESCO-Welterbekomitees, dem Dresdner Elbtal den
Welterbetitel abzuerkennen, sollte nicht ein sofortiger
Baustopp der Waldschlößchenbrücke erfolgen, äußert sich der
amtierende Oberbürgermeister Dr. Lutz Vogel.
„Ein sofortiger Baustopp kann durch mich als OB oder durch
die Verwaltung nicht vollzogen werden. Dazu bedarf es
sowohl eines Stadtratsbeschlusses als auch einer
gleichzeitigen Zustimmung des Freistaates, der ansonsten
durch die Rechtsaufsicht im Regierungspräsidium Widerspruch
gegen einen Baustopp einlegen wird. Diese Situation ist
aber schon im Jahr 2006 und 2007 bis zum
Bundesverfassungsgericht ausgefochten worden - immer mit
dem gleichen Ergebnis: Die Brücke muss gebaut werden, der
mehrheitliche Wille der Dresdnerinnen und Dresdner aus dem
Bürgerentscheid 2005 ist auszuführen. Unsere Bemühungen,
die 21 Mitglieder des Komitees von einem anderen Weg zu
überzeugen, sind gescheitert. Es ist uns nicht gelungen,
die schwierige rechtliche und politische Situation in
Dresden darzustellen und dadurch die UNESCO zu einem
besseren Kompromiss zu bewegen“, so Vogel. „Daher räume ich
der heutigen Entscheidung kaum realistische Chancen ein,
auch umgesetzt zu werden. Vielmehr wird der Graben
innerhalb der Bürgerschaft noch vertieft werden. Ich
respektiere die Entscheidung der UNESCO, sie muss sich
allerdings auch die Frage gefallen lassen, warum Sie keinen
realistischen Weg für Dresden aufgezeigt hat. Der
Bürgerentscheid aus 2005 und die sich daraus ergebenen
rechtlichen Konsequenzen sind auch dort bekannt gewesen.
Was bleibt ist eine weitere Hängepartie für ein Jahr.“ |