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Unesco fordert neue Brücken-Abstimmung

10.05.2008

Der Chef des Unesco-Welterbezentrums in Paris Francesco Bandarin fordert dazu auf, einen neuen Bürgerentscheid durchzuführen und die im Bau befindliche Waldschlößchenbrücke zu stoppen. Nach seiner Auffassung sei beim Bürgerentscheid für die Waldschlößchenbrücke die falsche Frage gestellt worden. Außerdem haben man den Dresdnern „die Sachlage nicht verdeutlicht“. Am 27.2.2005 hatten die Dresdner in einem Bürgerentscheid entschieden, dass die Brücke zu bauen ist. Zuvor waren 82.000 Unterschriften in einem Bürgerbegehren gesammelt worden.

Francesco Bandarin äußerte weiter, dass die richtige Frage beim Bürgerentscheid gewesen wäre: "Wollen Sie eine Brücke, auch wenn diese die Einzigartigkeit der Landschaft zerstört und den Verlust des Welterbetitels nach sich ziehen würde?" Das zu diesem Zeitpunkt noch niemand wusste, dass die UNESCO beim Bau der Brücke gedenkt den Titel zu entziehen, kommentiert Francesco Bandarin mit: "Selbst wenn die Dresdner das nicht wussten, konnten sie sich das doch denken."

Konfrontiert mit der Tatsache, dass der Antrag zur Aufnahme in das Welterbe die Informationen zur geplanten Waldschlößchenbrücke enthielten, sagt Francesco Bandarin: "Jetzt auf den Antrag zu verweisen, und zu sagen: Aber auf der und der Seite und in dem und dem Anhang stand die Brücke doch drin – das ist reine Bürokratie, nicht der Geist des Denkmalschutzes."

Das komplette Interview ist bei sz-online veröffentlicht.

 

Reaktionen

Siegfried Arnold, Dresden, Bandarin und die Bürgerentscheide

Die Antworten des Herrn Bandarin enthalten über Dresden einige deftige Urteile, wie stur und schizophren. Mit Sturheit meint er unsere Entschlossenheit, eine neue Brücke zu bauen, und schizophren ist in seinen Augen, dass nicht gleichzeitig alles beim Alten bleibt. Naja. - Dann aber der bemerkenswerte Satz: Denkmalschutz denkt für die Ewigkeit. So gesehen haben die Antragsteller unter der Ägide Roßbergs offenbar die Konsequenzen weit unterschätzt, die ein Titel Weltkulturerbe für ein kilometerlanges innerstädtisches, bewohntes, bewirtschaftetes Gebiet bedeutet. Nun haben wir den Knatsch.

Bandarin fordert einen neuen Bürgerentscheid: Brückenweiterbau oder Tunnel durch die Brückenfundamente. Es hätte besser seinerzeit über den Titelantrag einen Bürgerentscheid geben sollen. Wie wäre der wohl ausgegangen, wenn man die Betroffenen gefragt hätte, ob ihr Grundstück fortan bis in alle Ewigkeit zum Museum erstarren soll? Nicht einmal ein Naturpark im Oman konnte für die Ewigkeit erhalten bleiben, gesteht Bandarin. Und wir Dresdner sollen von Pieschen bis Pillnitz alles so belassen, wie es ist? Sogar den Brückenbau wieder abbrechen, weil "die Elbe dort sehr breit und die Brücke so lang"? Morgen vielleicht keine Hochwasserschutzanlagen, keine Neue Philharmonie in Ufernähe, keine Loschwitzhöhe, kein Kugel-Planetarium, keine Kamine, Türmchen, Kirchen, Synagogen? Und das alles wegen eines Titels? Jahrhundertelang ist die Stadt ohne diesen Titel gestaltet worden. Und die Dresdner werden sie auch in Zukunft weiter entwickeln, mit oder ohne Titel.

Christine Müller, Dresden-Blasewitz
, Selten habe ich einen derart unqualifizierten und selbstherrlichen Beitrag gelesen wie den des Herrn Bandarin in der Sächsischen Zeitung zu Dresden und der Waldschlösschenbrücke. Ist denn diesem Herrn nichts zu peinlich? Ist die SZ wirklich darauf angewiesen, diesem Herrn ein solches Forum zu bieten? Allein das Foto nach Gutsherren-Art spricht Bände.
Wahrscheinlich hat es dieser Herr immer noch nicht begriffen, dass nicht "die Stadt Dresden" - d.h. die Stadtvertwaltung, sondern die Dresdner Bürger - nach wie vor mehrheitlich!!! die Brücke wollen und es leid sind, nach dem Bürgerentscheid, nach unzähligen Gerichtsverfahren, mehr oder weniger weit hergeholten Argumenten der Brückengegner und unglaublichen Anschlägen auf die Baustelle - nach all' diesen Querelen nun die Dresdner Bürger endlich Ruhe haben wollen und den Bau der Waldschößchenbrücke zügig verwirklicht sehen wollen!

Mischt sich die Unesco - oder zumindest der Herr Bandarin - nun in die Kommunalpolitik der Stadt Dresden ein? Seine Ausfälle können doch nur so gewertet werden, dass er mächtig unter Druck steht und mit Mitteln, die seinem Amt unwürdig sind, versucht, die verfahrene Situation, in die er sich und die Unesco selbst gebracht hat, zu überstehen. Was wäre denn die Konsequenz aus einem erneuten Bürgerentscheid, der wiederum pro Brücke ausgeht? Akzeptiert er diesen dann endlich? Ist das irgendwie relevant für den Welterbe-Titel? Nein, Herr Bandarin hat sich mit seinen Äußerungen keinen Gefallen getan, die Dresdner wissen nun allerdings einmal mehr, was hinter der ganzen Brücken-Gegnerschaft steht.

Herr Biedenkopf hat in seinem Beitrag in der gleichen Zeitung sehr sachlich und kompetent die Situation dargelegt und ich finde es unerträglich, wie alle Politiker und auch Persönlichkeiten des Öffentlichen Lebens, die für die Brücke sind, durch die Gegner herabgewürdigt und beschimpft
werden (Herr Biedenkopf, Herr Milbradt, Herr Burger, Herr Nadler u.u.u.).
Übrigens zeigen die Umfrage-Werte zur Bürgermeister-Wahl ebenfalls eindeutig, dass die Kandidaten, die eine positive Meinung zur Brücke haben, in der Wählergunst weit vorn liegen! Ich wünsche Frau Orosz Durchhaltevermögen und hoffe, sie kann die Geschicke Dresdens nach der Wahl lenken!

Maik Krasel, Dresden, Ich habe gelesen das die UNESCO einen neuen Entscheid möchte. Die Mehrheit der Dresdner hat für die BRÜCKE gestimmt. Nun sollte sie auch gebaut werden. Es ist unverschämt, das die UNESCO entscheidet was wir dürfen oder nicht. Mit dem Bau des Tunnels werden Radfahrer, Fußgänger und Rollstuhlfahrer oder Verkehrsteilnehmer, die Angst vor der Durchquerung eines Tunnels haben ausgeschlossen. Wenn einen Elbquerung, dann eine BRÜCKE die ALLE NUTZEN können. ALSO AN ALLE DRESDNER UNTERSTÜTZT DEN BRÜCKENBAU MIT EINEM BRÜCKENAUFKLEBER !!!!! DRESDEN BRAUCHT UND WILL DIESE BRÜCKE

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Unter www.wsb-info.de kann das aktuelle Baugeschehen mittels Webcam beobachtet werden.
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  Meine Meinung

Frank Schreier, Dresden, Ich war von Anfang an ein Befürworter der Waldschlösschenbrücke und freue mich, dass die Demokratie gesiegt hat.

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Ute Herzer, Dresden, Brücken gehören in eine Stadt. Ich freue mich schon jetzt auf den wunderbaren Blick von der Brückenmitte aus auf die DD-Silhouette.

  Meine Meinung

Jörg Reutler, Dresden-Johannstadt, Da sind also die grün/roten Brückenverhinderer mal wieder vor Gericht mit ihren hanebüchnen "Argumenten" gescheitert - gut so.

  Meine Meinung

U. Aloé, Dresden, Haben sich die Grünen eigentlich schon mal mit dem Wasserbau an und in der Elbe beschäftigt?

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Steffi Walser, Rottenburg, Liebe Brückenbauer, auch im Süden Deutschlands verfolgen wir das heimatliche Geschehen weiter und hoffen sehr, dass die Brücke bald steht.

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